Schlacht in den Wolken

Schlacht in den Wolken

Der Untergang von Wehrheim

Der Name der Wolke
Es begann damit, daß die Helden sich nach Auraleth aufmachten. Noctua freute sich riesig. Endlich mal wieder eine richtig schöne Herausforderung. Die anderen Helden schoben eher leichte Panik. Mit Bannstrahlern legt man sich eben nicht an.

Im Örtchen Sonnenfelde stieß man auf den ehemaligen Proviantmeister, der armselig am Pranger hing und gerade von Dorfkindern mit alten Tomaten beworfen wurde. Geschicktes Ablenken des Bewachers ermöglichte eine kurze Befragung. Auf Umwegen wurde man so auf den Geheimgang aufmerksam.

Kurz entschlossen stellte man die Pferde unter, ließ drei der Helden zurück - Karlitta (Wahrheitsliebe), Valerian (Turniergewinner) und Marius (Araschar-Träger). Diese drei wollten hier auf den Fuhrmann mit dem Brennholz warten, an den man sich von der kurzen Reise erinnerte, um mit diesem nach Auraleth durch das Haupttor zu gehen.

Refardeon, Gunda, Radosch und Noctua machten sich auf den Weg den Zugang zum geheimen Tunnel zu finden und marschierten durch den leicht gatschigen Boden zum Speicher. Noctua - die den Standort des Zeughauses bereits kannte - schlich anschließend hinüber und sammelte eilig die nötigen Kleidungsstücke zusammen, um sich als Bannstrahler aus zu staffieren.

Dann ging es los. Geradewegs quer über den Platz kam der erste Schock, als ausgerechnet Gunda einem Zögling das Gebet des Gilborn beibringen sollte. - Panik in den Gesichtern der Spieler - Eilig sprang Refardeon hinzu und kramte mühselig ein paar Textzeilen aus seinem Gedächtnis. Anschließend befahl er dem Zögling nunmehr das Gebet komplett zu rezitieren... Der Notfall-Schwindel ging auf und die Gruppe konnte weiter gehen.

Man gelang in die innere Burg, fand und befreite die Hexe... Überwältigte den Kerkerwächter und zog die Hexe eilig in Bannstrahler-Gewand... Dann verließen drei Personen den Turm... Ebenso viele wie ihn betreten hatten. Noctua blieb zurück. Während Refardeon und Gunda mit der Hexe eilig zum Speicher zurück gingen, um durch den Gang zu fliehen, untersuchte Noctua den Trophäenraum - sie LIEBT den Hämmerling - und anschließend die Katakomben... Mit Hilfe von Hämmerling und Geist fand sie den von Ghulen gegrabenen Gang zum Securitum und durchbrach die Wand. Die Knolle war schnell entdeckt und die Aureole überwunden... Der Geist - dem sie Mut zugesprochen hatte - entschwand gen Borons Pforte, während Noctua den Ghul-Aus/Zugang wählte, um endlich aus Auraleth zu entschwinden.

Derweil waren Gunda, Radosch (der im Speicher gewartet und zwei Schinken geklaut hatte), Refardeon und die Hexe durch den Geheimgang entschwunden.

Nur leider standen nun Valerian, Karlitta und Marius auf dem Vorplatz, um - Notfallplan - der Hexenverbrennung beizuwohnen. Die Bannstrahler hatten das Fehlen der Hexe natürlich längst bemerkt und riegelten fein säuberlich die Burg ab... Jeder Besucher wurde nun einzeln befragt und durchsucht... Erst dann wurde ein Verlassen der Burg gestattet. Wie gut, daß man Orden, Kriegerbrief oder Gildensiegel vorzuweisen hatte...

Geschwind wie der Wind eilten die Helden gen Wehrheim und trafen auch erst dort - vor dem nördlichen Stadttor - wieder aufeinander und überreichten Dexter die Knolle.


Die Schlacht auf dem Mythraelsfeld
Valerian - seit Jahren schwerst verliebt in Rohaja - bat diese, um die Möglichkeit, an der Stabsversammlung teil zu nehmen. (Es war notwendig, Rohaja hier einzubeziehen, da sie bei den meisten Spielern nur als nervige Göre verstanden wurde... Das sie sich für sie einsetzte, machte sie menschlicher, sympathischer.) Eine halber Stunde später (22:00 Uhr) fand die Lagebesprechung statt. Die Helden nahmen rege teil und konnten vieles einbringen, so daß ich nicht genötigt war, ihnen Strategien aufzuzwingen, denn diese kamen von ihnen, wurden lediglich bekräftigt bzw. ausgebaut.

Dann zog man sich zurück, um zu beten und anschließend um einwenig Schlaf zu finden. Doch dann stand Rohaja in der Tür. Valerian war natürlich hellwach - und kopflos. Doch irgendwie bekamen sie es auf die Reihe, eine Rede zu verfassen. (Irdisch mußte ich jedoch auf etwas vorbereitetes zurückgreifen. Ich meine, die Helden haben wirklich Talent für sowas, allen voran Valerian... Aber die Spieler? Und so auf Knopfdruck?)

Gunda wurde für die Hundswache eingeteilt, um auch gleich einige der Leute ihrer Einheit kennen zu lernen und der Rest legte sich schlafen.

Der kopflose Reiter und dessen Ankündigung erzielte die erwünschte Reaktion. Anschließend beförderte Gunda den Schädel - in guter alter Imman-Tradition - weit weit weg.

Am nächsten Morgen dann ging es los. Mutig stand man in seinem Regiment, war stolz, dieses anführen zu dürfen (Gunda, Marius und Radosch jeweils ein Regiment Infanterie, Noctua bei den Geschützen auf der Wehrheimer Mauer, Refardeon und Karlitta im Keil des Lichts und Valerian gleich neben Rohaja, um sie zu beschützen, so gut es eben geht). Rohaja hielt ihre Rede und ließ den Kampfesmut entflammen. Dann wurde es langsam immer dunkler. Der endlose Heerwurm kam und die Schlacht begann.

Ein Reiterregiment brach übermütig aus und fiel schnell, nur um sich anschließend den feindlichen Reihen anzuschließen. (Sehr wirkungsvoll!) Die Bogenschützen feuerten ihre Pfeile ab... und erzielten Null Wirkung. Der Befehl des Feuerbeschusses erklang (aus der Helden Mund) und wurde eiligst ausgeführt. Brandpfeile flogen, die Geschütze auf den Mauern entluden ihre tödliche Macht. Doch der Heerwurm marschierte zwar leicht deszimiert aber unbeeindruckt weiter.

Leomar gab Zeichen und Marius, Gunda & Radosch Befehl. Die Infanterie marschierte in geschlossener Formation auf den Feind zu. Die letzten Meter ertönte es laut "Rondra!" und rennend schnitten die Kämpfer durch die ersten Reihen, verfingen sich jedoch sodann in Einzelgefechte. Während die untoten Oger näher kamen, bekam es Radosch mit einem eiskalten Händchen zu tun, daß ihn würgte. Marius sah sich einem der Oger ungewollt plötzlich gegenüber, wollte gerade zum letzten Gebet ansetzen, als ein großer Gesteinsbrocken über ihn hinweg schoß und dem Oger den Kopf abtrennte. Noctua hatte bei den Geschützen wahrlich alles im Griff!

Eiligst stürzte Marius zu Radosch, der inzwischen röchelnd auf dem Boden lag und noch immer mit dem eiskalten Händchen rang. Gemeinsam brachen sie diesem untoten Schrecken Finger für Finger.

Neben Gunda kämpfte die Gräfin Svanja Ragnarsdottir, der ein merkwürdig gefiederter Pfeil in die Wade drang. Wenige Momente später richtete sie sich mit glasigem Blick gegen Gunda, die in purer Panik Svanja erschlug. Im Augenblick des Todes klärte sich Svanjas Blick und schaute zweifelnd zu Gunda, während sie stab.

Mittlerweile war die Reiterei rechts und links in die Flanken der Untoten eingefallen und metztelten sich vorwärts. Rohaja immer vorne weg - eine wahre Kriegerprinzessin!

Dann teilte sich der Heerwurm und gab eine Gasse frei, durch die der König der Untoten schritt. Rondrasil trat in den Zweikampf, Rondra zur Ehre. Spannung und unglaubliches Schweigen. Die Kontrahenten umschlichen einander, attackierten, parierten und wichen aus, während über ihren Köpfen weiter die Brandgeschosse flogen. Dann explodierte ein gewaltiger Ignisphaero im feindlichen Nachschubheer (Karlitta hatte zugeschlagen!). Rondrasil - für einen Moment dadurch abgelenkt - vergaß seine Deckung und der Untotenkönig rammte ihm seine Knochenhand in die Brust. - Entsetzen im Gesicht von Spielern und Helden! - Das pulsierende Herz Rondrasils in Händen triumpfierte der Untotenkönig, doch Rondrasil durchbohrte ihn mit einem letzten "Rondra!" auf den Lippen... (Boah, diese Szene ist so wunderbar theatralisch!!! *Gänsehautfeeling pur*)

Doch welch Entsetzen bei den Helden und Spielern als der Untotenkönig einfach weiterging. Selbst der Rondrakamm - eine geweihte Waffe - hatte ihn nicht aufgehalten! Keiner der Helden wagte sich an ihn heran, so daß er Aufgabe der Pfeile des Lichts wurde.

Flügelrauschen - Panik bei einigen Helden (dank dem Szenario "Bis auf die Knochen", in dem ich's ihnen faustdick gegeben hatte). Rhazzazor und seine beiden Perldrachen kamen aus der Wolke hervor und ließen sich gemütlich auf dem Feldherrenhügel nieder.

Dann setzten sich die Golgariten in Bewegung, die eine breite Schneise in das Untotenheer zogen. Ihnen folgte der Keil des Lichts. Mit letzter Kraft und aus Verzweiflung geborenem Mut, erreichte man den Kessel und exorzierte. Der Kessel zersprang, Lucana rutschte tot vom Pferd, Dexter sank bewußtlos zusammen und wurde von Refardeon auf dessen Pferd gezogen. Die Wolke löste sich auf... Stillstand im Kampf... Bangen, Hoffen, Warten...

Licht, Sonne und Hoffnung. Die Untoten verschwanden im Erdboden. Ein leises "Wir haben gesiegt," war hier und dort zu vernehmen, doch dann... Au Schreck! Kholak Kai - die fliegende Festung mit all seinen fliegenden Begleitern.

Sämtliche Kämpfer waren in Angst und Schrecken erstarrt, selbst die Helden. Einzig Rohaja bewahrte Fassung und stürmte vorwärts, um ihrem Volk durch ihr Vorbild Mut zu machen. Doch schon setzte der Magnus Opus der Luft ein.

Panisch stürzte sich Valerian vom Pferd und kroch auf allen Vieren, gegen die Kraft des Windes an, hinter Rohaja her, die gerade ihr Pferd zum Zeichen des Mutes steigen ließ. Dann umschloß sie die Windhose... Für einen Augenblick nur war Valerian der Blick auf sie verwehrt und dann, als sich die Windhose einwenig legte, war sie verschwunden. Allein ihr Banner wehte einsam zu Boden. Valerian schrie Worte in den Wind, die niemand hören konnte, schlug seine Finger in den Boden, um vorwärts zu kriechen, gegenan gegen den Wind. Er wollte dort hin, wo sie verschwunden war. Seine Hände bluteten - aufgeschnitten von Steinen und hartem Erdboden - doch er spürte es nicht. Wie zum Hohn flog ihm das Greifenbanner ins Gesicht und verdeckte ihm die Augen. Dann ein Schmerz an seinem Hinterkopf - irgendwas hatte ihn getroffen - und er brach bewußtlos zu Boden - unter seinem Kopf einsam das Greifenbanner.

Karlitta war die einzige, die noch einigermaßen den Überblick behielt, um zu sehen, wie es um Valerian bestellt war. Die anderen Helden suchten verzweifelt ihr Heil in der Flucht - hier und da Verwundete mit sich schleppend. Dachschindeln, Geschützmunition, Holzstücke und sonstiges wirbelte durch die Luft. Wer jetzt nicht floh und sich in einem der Waldstücke versteckte, schien verloren.

Noctua kletterte eiligst außen die Mauer herunter und rannte auf den nördlichen Wald zu, während die anderen Helden nach Süden stürmten. Karlitta warf sich den bewußtlosen Valerian über die Schulter (wie gut, daß er ein recht schmaler Halbelf ist!) und stolperte gegen den Wind nach Süden an. Weg, nur weg hier!

Der Magnus Opus des Humus, Feuers und Erzes folgten. Fassungslos und voller Panik mußten die Helden diese Machtzelebrierung ansehen. Ein Spalt von 30 Schritt Breite trennte das Schlachtfeld und Wehrheim in einen nördlichen und einen südlichen Teil. Noctua mußte einsehen, daß sie keine (direkte) Möglichkeit mehr hatte, zu ihren Gefährten zu gelangen.

Dann beruhigte sich der Erdboden und es herrschte Stille. Soeben wollte man beginnen, sich die Wunden anzuschauen, als hunderte von Gargylen durch die Luft schwirrten und mitnahmen, was sich nicht verbergen konnte. Karlitta verteidigte tapfer den noch immer bewußtlosen Valerian, wurde aber schließlich nur selbst gegriffen.

Durch die Luft getragen, fallengelassen, in Särge gesteckt und "angezapft"... harren sie nun der Dinge, die in zwei Wochen weitergehen...

...

Die Spieler sind gespannt wie Flitzebogen! Und obwohl ich echt Angst vor der großen Schlacht auf dem Mythraelsfeld hatte, ist diese hervorragend gelaufen und super bei allen Spielern angekommen! Anton, das war wahrlich filmreif... Okay, der Spruch des Königs der Untoten hat herzhaftes Lachen ausgelöst (Obwohl ich absichtlich anders betont hatte!), aber ansonsten war den Spielern NIE zum Lachen zumute. Das Grauen hat sie vollkommen ergriffen. Valerian's irdischer Part hätte bei Rohaja's Tod fast geweint, während alle anderen nur fassungslos waren! Und niemand fühlte sich gegängelt.

Ach übrigens: die komplette Schlacht haben wir im Storytelling-Modus erlebt. Nur vereinzelnd gab es Proben, ebenso einen pauschalen 3/4-Verlust der LeP, was durchweg als angemessen und für gut befunden wurde!


Flucht von Kholak-Kai
Die Helden hatten einige Zeit in den Särgen verbracht. Fast schon hatten sie das Zeitgefühl verloren, als es schlagartig hell wurde. Erstmalig konnten sie die ganzen Ausmaße des Raumes sehen. Tausende Särge hingen an den Wänden und in allen befanden sich Menschen.

Dann betraten mehrere Gestalten den Raum. Allen voran ein Herold, der sogleich mit lauter, pompöser Stimme den "Kaiser des Reiches" ankündigte. Dann betrat ER den Raum.

Als dann an einem Holzgestell angekettet Dexter Nemrod hinein gebracht wurde, machte sich leises Entsetzen breit. Lediglich Noctua erkannte die Zeichen, die Dexter mit den Fingern formte.

Kaum hatten die Leute den Raum verlassen, begann Noctua eilig sich mit Hilfe des Dietrichs, den Leonardo ihr zugeschummelt hatte, zu befreien. Unter großen Schmerzen löste sie dann die eigenartigen Tentakeln aus ihrem Leib und begann eilige ihre Gefährten zu suchen.

Einige Minuten später waren alle Helden befreit. Ohne groß nachzudenken, liefen sie in den Gang, in dem Leonardo zuvor verwunden war. Dort irrten sie eine Weile umher bis sie Schritte hörten. Schnell preßte man sich in den Schatten der Wand und wartete. Wie groß war die Erleichterung als es Leonardo war, dessen Schritte sie gehört hatten.

Dieser übergab den Helden ihre Habseligkeiten, führte sie durch Kholak-Kai und ermöglichte ihnen so die Flucht.

...

Die Trefferpunkte für die unsanfte Landung habe ich allerdings gestrichen. Die Helden hatten alle nach der Schlacht von Wehrheim nur noch zwischen 4 bis 11 LeP. Und das Helden auf diesem Wege sterben, wäre meines Erachtens unschön und unsinnig.

...

Wie von allen Dämonen der Niederhöllen gejagt, eilten die Helden nun nach Süden. Unterwegs trafen sie auf ein paar marodierende Söldner, denen sie nach einer beeindruckenden rede ein paar Pferde "abschnackten".

Kurze Zeit später trafen sie auf Hochkönig Albrax, den sie baten, doch Xorlosch und die Zwergenvölker zu alarmieren. Albrax war jedoch viel zu wütend, als daß er selbst auf die Chance verzichten wollte, Galotta und Rhazzazor in der bevorstehenden Schlacht entgegen zu treten. Also beschloß man kurzerhand, Radosch los zu schicken. (Der Spieler hatte unsere Runde verlassen.)


Musikvorschläge
Der Name der Wolke:
Into the Green - Erdenstern

Der Untergang von Wehrheim:
Into the Red - Erdenstern

Flucht von Kholak-Kai:
Krieg der Welten - John Williams

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